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Klares Statement zur CM-Messung

An der Calciumcarbid-Methode führt kein Weg vorbei

Als wir vor einem Jahr an gleicher Stelle fragten „CM-Messung vor dem Aus? Benötigen moderne Zementestriche neue Messverfahren?“ hofften wir, dass nicht nur die provokante Überschrift, sondern auch das Fazit in der Branche Gehör findet. Unser klares Statement damals: „Die CM-Messung ist nach wie vor ein Muss vor jeder Belagsverlegung. Langfristig wird es sinnvoll sein, andere Messmethoden zu entwickeln und zu normieren. Bei allen Überlegungen darf jedoch nicht vergessen werden, dem Bodenleger eine baustellentaugliche, zuverlässige und allgemein anerkannte Messmethode zur Verfügung zu stellen. Solange es diese nicht gibt, ist die CM-Messung maßgebend.“

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Bereits 1957 erwähnt Wilhelm Schütze
in seinem Buch „Der schwimmende Zementestrich“ das CM-Gerät. Noch heute ist es zur Bestimmung der Verlegereife unverzichtbar

Auch im Sommer 2010 stehen wir klar zu dieser Überzeugung, da die tägliche Praxis an der Zuverlässigkeit einer ordnungsgemäß durchgeführten CM-Messung keine Zweifel aufkommen lässt. Die Tatsache, dass nicht nur wir, sondern sich ein Großteil der Branche Gedanken um neue, einfachere und somit bessere Messverfahren zur Bestimmung der Verlegereife von Estrichen macht, bedeutet nicht, dass die CM-Messung nicht mehr das Maß der Dinge ist.

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Im IFR Köln wird seit gut einem Jahr auch die Luftfeuchte des Stemmgutmaterials gemessen. Die Ergebnisse werden derzeit mit denen des AK Feuchtemessung abgeglichen
Pressemitteilung AK Feuchtemessung

Stellvertretend für eine Vielzahl aktiver Protagonisten einer sicheren Bodenbelagsverlegung vertritt auch der „Arbeitskreis Feuchtemessung“ im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF) diese Meinung. In seiner jüngsten Pressemitteilung schreibt er unter anderem: „Ziel des Arbeitskreises ist die neutrale, fundierte Untersuchung der Eignung der am Markt und in der Entwicklung befindlichen Messmethoden zur Feststellung der Belegreife von mineralischen Estrichen. Nach eingehenden Auswertungen und Erörterungen umfangreicher Untersuchungen mit verschiedensten Messmethoden stellt der Arbeitskreis auf Grundlage dieser Ergebnisse fest: Die Calciumcarbid-Methode ist wissenschaftlich begründet und hat sich in der Baupraxis bewährt. Bei sach- und fachgerechter Anwendung entspricht sie bezüglich der Beurteilung der Belegreife (Feuchtegehalt) von Zement- und Calciumsulfat-Estrichen den allgemein anerkannten Regeln der Fußbodentechnik.“

Der Arbeitskreis weist auch darauf hin: „Die Durchführung der Messung und Beurteilung der Belegreife hat gemäß den Merkblättern der Fachverbände zu erfolgen. Vom Standard abweichende Messdurchführungen und Korrekturen von CM-Messergebnissen sind kritisch zu bewerten, weil ihre Richtigkeit bisher nicht wissenschaftlich erwiesen ist. Es sind daher weiterhin grundsätzlich bei jeder Überschreitung der nominalen Grenzwerte der Belegreife Bedenken geltend zu machen.“

So messen Sie sicher

Grundsätzlich ist vor jeder Belagsverlegung die Verlegereife des Untergrundes zu überprüfen – auch bei Renovierungen. Ein mineralischer Untergrund ist erst dann verlegereif, wenn er einen gewissen Feuchtegehalt aufweist, der für den geplanten Aufbau – bestehend aus Verlegewerkstoffen und Bodenbelag – „unschädlich“ ist.

Bevor Sie mit der eigentliche CM-Messung beginnen, sollten Sie so viele Informationen zum Estrich, dem Bauvorhaben und den Randbedingungen (Bauzeiten, Klima, etc.) zusammentragen wie möglich. Erst die ganzheitliche Betrachtung lässt später Rückschlüsse vom Feuchteghalt des Estrichs auf die tatsächliche Verlegereife zu.

Den Ort der Probennahme können Sie bequem mit einem elektronischen Prüfgerät festlegen: Im feuchtesten Bereich wird gemessen (Bild 1).

Bild 1
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Während des gesamten Messvorgangs ist darauf zu achten, dass das Stemmgut nicht mit der Umgebungsluft in Berührung kommt. Daher empfiehlt es sich, den Bereich der Stemmgutproben-Entnahme mit Folie abzudecken, bei der Messung Einweghandschuhe zu tragen und das Stemmgut in einem PE-Beutel zu füllen. Dieser perforiert beim Mörsern des Stemmguts vor dem Wiegen und dem anschließenden Befüllen der Flasche (Bilder 2 bis 11).


 
Bild 2
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Bild 3
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Bild 4
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Bild 5
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Bild 6
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Bild 8
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Bild 9
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Bild 10
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Bild 11
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Parallel zur CM-Messung kann in der Öffnung zur Stemmgutproben-Entnahme die Dicke des Estrichs ermittelt und mit allen anderen bereits gesammelten Werten protokolliert werden (Bild 12).


 
Bild 12
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Selbstverständlich muss das CM-Gerät ordnungsgemäß gewartet und in einwandfreiem Zustand sein. Eine regelmäßige Prüfung der Dichtheit sowie der Funktionstüchtigkeit des Manometers sind unumgänglich. Grenzwerte zur Verlegereife und exakte Messvorgaben entnehmen Sie der aktuellen Literatur und/oder Herstellervorgaben.

In der Praxis hat es sich bewährt, Messprotokolle zu führen und diese vom Auftraggeber abzeichnen zu lassen.

Literatur mit Hinweisen zur Belegereife und zur Durchführung von CM-Messungen

Arbeits- und Hinweisblätter des Bundesverbandes Estrich und Belag (BEB)
8.1 Beurteilen und Vorbereiten von Untergründen. Verlegen von elastischen und textilen Bodenbelägen, Schichtstoffelementen (Laminat), Parkett und Holzpflaster. Beheizte und unbeheizte Fußbodenkonstruktionen (2008)
8.4 Verbändeerklärung: CM-Messung, Durchführung und Messmethode (2007)

Merkblatt der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) im Industrieverband Klebstoffe (IVK)
TKB-8: Beurteilen und Vorbereiten von Untergründen für Bodenbelag- und Parkettarbeiten (2004)

Dokument des Bundesverbandes Flächenheizung und Flächenkühlung (BVF)
Schnittstellenkoordination bei Flächenheizung und Flächenkühlung (2009)

Die Kommentare zur DIN 18356 „Parkettarbeiten“ und 18365 „Bodenbelagsarbeiten“ in ihrer jeweils aktuellen Fassung.